Autofahren mit Hund im Sommer: Hitze, Pausen, Sicherheit

Autofahren mit Hund im Sommer: Hitze, Pausen, Sicherheit | Alexa & die Hunde
Im Sommer macht das Auto vielen Hunden mehr zu schaffen als zu anderen Jahreszeiten – und das nicht nur, wenn es heiss ist. Was du wissen solltest, worauf es bei Sommerfahrten ankommt und wie du die heisse Jahreszeit für euch beide entspannt gestaltest.

Warum Hitze im Auto so gefährlich ist

Das Innere eines Autos heizt sich bei warmem Wetter extrem schnell auf. Bereits bei 20 Grad Aussentemperatur kann es im Innenraum nach 30 Minuten auf über 40 Grad klettern – bei 30 Grad Aussentemperatur sogar auf deutlich über 50 Grad. Und das gilt auch bei bewölktem Himmel, leicht geöffnetem Fenster oder Schatten.

Hunde können ihre Körpertemperatur nur über die Atemwege regulieren – durch Hecheln. Das ist deutlich weniger effizient als Schwitzen beim Menschen. Was für uns unangenehm warm ist, kann für einen Hund bereits zur ernsthaften Belastung werden. Besonders betroffen sind kurznasige Rassen wie Bulldoggen oder Möpse, ältere Hunde, Welpen und Hunde mit dichtem Fell – aber grundsätzlich ist kein Hund gegen Hitze gefeit.

Niemals allein im Auto lassen

Einen Hund bei warmem Wetter allein im Auto zu lassen – auch nur für ein paar Minuten – kann lebensgefährlich sein. Die Temperatur steigt schneller als die meisten Menschen denken. Ein kurzer Einkauf kann reichen.

Wenn du siehst, dass ein Hund in einem heiss stehenden Auto eingesperrt ist und offensichtlich in Not ist, ruf die Polizei oder die Feuerwehr – und handle nicht auf eigene Faust.

Hitzestress erkennen – das sind die Zeichen

Hitzestress entwickelt sich oft schneller als man denkt. Diese Zeichen solltest du kennen – und ernst nehmen:

  • Starkes, anhaltendes Hecheln – deutlich mehr als sonst
  • Starkes Sabbern, die Zunge hängt weit heraus
  • Unruhe, der Hund findet keine ruhige Position
  • Taumeln oder Schwäche in den Beinen
  • Verfärbte Schleimhäute – dunkelrot bis im weiteren Verlauf auffällig blass
  • Erbrechen oder Durchfall
  • Der Hund reagiert kaum noch auf Ansprache

Zeigt dein Hund mehrere dieser Zeichen gleichzeitig, halte sofort an und bring ihn in den Schatten. Kühle ihn mit kühlem – nicht eiskaltem – Wasser ab: mit den Beinen beginnen, dann Bauch und Innenschenkel. Nasse Tücher unter den Hund legen, nicht drüber. Dann sofort zum Tierarzt, auch wenn sich der Hund sichtbar erholt.

Wichtig beim Abkühlen

Kein Eiswasser – das verengt die Hautgefässe und verhindert, dass die Wärme abgegeben werden kann. Abkühlung stoppen, sobald sich der Hund stabilisiert. Und selbst wenn dein Hund wieder normal wirkt: Zum Tierarzt.

Sommerfahrten gut planen

Mit ein bisschen Planung lassen sich die meisten Probleme im Sommer vermeiden. Das Wichtigste: Fahre in den kühlen Stunden des Tages.

Früh morgens oder abends fahren

Die Temperaturen zwischen etwa 6 und 9 Uhr morgens und ab 19 Uhr abends sind meist deutlich angenehmer – sowohl für den Hund als auch für die Fahrt generell. Wenn du die Wahl hast, vermeide die Mittagshitze zwischen 11 und 17 Uhr.

Auto vorher kühlen

Bevor dein Hund einsteigt, das Auto kurz mit offenen Türen durchlüften und wenn möglich die Klimaanlage anlaufen lassen. Ein aufgeheiztes Auto braucht einige Minuten, bis es sich abkühlt – und diese Minuten sind für den Hund unangenehm. Während der Fahrt ist die Klimaanlage sinnvoll – achte aber darauf, dass der Luftstrom nicht direkt auf den Hund gerichtet ist und er nicht der Zugluft ausgesetzt ist.

Genug Wasser dabeihaben

Immer frisches Wasser mitnehmen, bei jeder Pause anbieten. Im Sommer brauchen Hunde deutlich mehr Wasser als sonst. Es gibt spezielle Autofahrnäpfe, die während der Fahrt nicht verschütten – so kann dein Hund jederzeit trinken, ohne dass das Auto unter Wasser steht.

Pausen öfter einplanen

Im Sommer öfter anhalten als sonst – nicht nur wegen des Hundes, auch weil lange Fahrten bei Hitze für alle anstrengend sind. Bei jeder Pause: Schatten suchen, Wasser anbieten, kurz bewegen lassen.

  • Frühzeitig fahren – früh morgens oder abends
  • Auto vor dem Einsteigen durchlüften und kühlen
  • Ausreichend frisches Wasser dabeihaben
  • Pausen im Schatten, alle ein bis zwei Stunden
  • Pfoten schützen – heisser Asphalt verbrennt
  • Sonnenschutz für die Seitenfenster verwenden
  • Hund nie allein im parkierten Auto lassen

Wenn der Hund im Sommer zusätzlich Stress zeigt

Hitze und Stress verstärken sich gegenseitig. Ein Hund, der im Auto ohnehin angespannt ist, wird das bei hohen Temperaturen noch deutlich stärker zeigen. Hecheln aus Hitze und Hecheln aus Angst sehen gleich aus – und können sich überlagern.

Wenn dein Hund im Sommer plötzlich mehr Mühe hat als sonst, lohnt es sich zu unterscheiden: Liegt es an der Hitze – oder hat sich das schleichend schon länger angebahnt? Manchmal fällt es erst im Sommer auf, weil die Belastung schlicht grösser ist.

Sommerfahrten sind also auch ein guter Anlass, einmal genauer hinzuschauen – wie geht es meinem Hund im Auto eigentlich wirklich?

Dein Hund zeigt im Sommer mehr Stress als sonst – oder du möchtest grundlegend daran arbeiten, dass Autofahren für euch beide entspannter wird? Im Online-Programm «Autofahren mit Hund» gehen wir das gemeinsam an – von zuhause aus, egal wo in der Schweiz du wohnst.

Zum Programm «Autofahren mit Hund»

Häufige Fragen

Ab welcher Temperatur ist es zu heiss für meinen Hund im Auto?

Es gibt keine feste Grenze – denn nicht die Aussentemperatur, sondern die Temperatur im Innern des Autos ist entscheidend. Die steigt auch bei 20 Grad Aussentemperatur schnell auf 40 Grad und mehr. Im Zweifelsfall gilt: Wenn du selbst schwitzt, ist es für deinen Hund bereits zu warm.

Darf ich das Fenster leicht öffnen, wenn ich kurz weg bin?

Ein gekipptes Fenster reicht nicht, um das Auto ausreichend zu kühlen. Die Temperatur steigt trotzdem schnell auf gefährliche Werte. Dein Hund gehört nicht allein ins parkierte Auto – auch nicht für ein paar Minuten.

Mein Hund hechelt im Sommer viel mehr als sonst – ist das normal?

Mehr Hecheln bei Wärme ist normal – es ist die Art, wie Hunde ihre Körpertemperatur regulieren. Wenn das Hecheln aber sehr stark ist, der Hund unruhig wird oder andere Zeichen von Hitzestress zeigt, sofort anhalten und für Abkühlung sorgen.

Kann ich meinen Hund im Sommer trotzdem auf längere Fahrten mitnehmen?

Ja – mit der richtigen Planung. Früh morgens oder abends fahren, regelmässig pausieren, genug Wasser dabeihaben und den Hund nie allein im Auto lassen. Wer diese Punkte beachtet, kann auch im Sommer problemlos längere Strecken mit dem Hund fahren.

Was tue ich, wenn mein Hund einen Hitzschlag bekommt?

Sofort anhalten, Hund in den Schatten bringen, mit kühlem – nicht eiskaltem – Wasser abkühlen. Bei den Beinen beginnen, dann Bauch und Innenschenkel. Nasse Tücher unter den Hund legen. Parallel den Tierarzt anrufen und sofort hinfahren – auch wenn der Hund sich erholt. Ein Hitzschlag ist ein Notfall.


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Alexa Schels
Hundetrainerin in der Zentralschweiz und Inhaberin von Alexa & die Hunde. Spezialisiert auf Einzeltraining für Erziehung und Herausforderungen im Alltag. Ihr Online-Programm «Autofahren mit Hund» begleitet Hundehalter:innen schweizweit – entstanden aus ihrer eigenen Erfahrung mit Colliehündin Smila.
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