NHB Luzern bestehen: Was geprüft wird und wie du dich vorbereitest
Du fragst dich zuerst, wer das NHB überhaupt ablegen muss? Das erfährst du im Artikel NHB Luzern: Alles zum Nationalen Hundehalter Brevet.
Was die NHB-Prüfung wirklich testet
Beim NHB geht es nicht darum, ob dein Hund auf Knopfdruck perfekt funktioniert – sondern darum, ob ihr den Alltag gemeinsam sicher und rücksichtsvoll meistert. Ein Hund, der entspannt neben dir durch die Stadt läuft, an der Strassenüberquerung wartet und bei einem Restaurantbesuch ruhig liegenbleibt, hat das Wesentliche längst drauf.
Die Prüfung ist eine Momentaufnahme – sie zeigt, was ihr gemeinsam mitbringt. Insgesamt sind 32 Punkte erreichbar, ab 24 Punkten ist die Prüfung bestanden. Einzelne Übungen bestehen aus Teilaufgaben und bringen entsprechend mehr Punkte.
Was ich als NHB-Fachperson immer wieder erlebe: Teams, die ihren Hund wirklich in den Alltag einbinden, kommen gelassen in die Prüfung. Der Unterschied ist spürbar.
Alle 11 Übungen – was verlangt wird und worauf du achten solltest
Ein Hund, der beim Aussteigen wartet und nicht selbstständig springt, ist sicherer – im Strassenverkehr, auf Parkplätzen, überall. Genau das wird geprüft: kontrolliertes Aussteigen auf Kommando.
Im Alltag: Wenn ihr das bei jeder Fahrt so handhabt, ist diese Übung für euch bereits Routine.
Sicheres Überqueren einer Strasse – mit wartendem Hund am Rand, lockerer Leine und sichtbarem Absichern. Hin und zurück. Eine Situation, die im Alltag täglich vorkommt.
Im Alltag: Wer bei jeder Strassenüberquerung bewusst innehält und schaut, übt diese Übung ganz nebenbei.
Drei Teilübungen – insgesamt 6 Punkte möglich. Der Hund läuft an lockerer Leine, bleibt auf Kommando sitzen und liegt auf Kommando, während du dich entfernst. Grundkompetenzen, die im Alltag durchaus nützlich sind. Während dieser Übung ist kein Futter erlaubt.
Im Alltag: Ein Hund, der wartet bis du zurückkommst – ob vor dem Laden oder auf der Parkbank – trainiert genau das.
Der Hund wartet, während du dich durch eine Gruppe von Personen entfernst. Auf Ruf kommt er direkt zu dir – ruhig und ohne die Personen zu belästigen. Ein verlässlicher Rückruf gehört zu den wichtigsten Dingen, die man gemeinsam aufbauen kann.
Im Alltag: Funktioniert der Rückruf auch, wenn gerade jemand vorbeiläuft oder Ablenkungen in der Nähe sind?
Das Team kreuzt eine Person mit Kinderwagen an lockerer Leine. Der Hund bleibt ruhig dabei – er stört weder die Person, noch zeigt er übermässiges Interesse. Rücksicht im Alltag, ganz konkret.
Im Alltag: Begegnungen mit Kinderwagen, Rollstühlen oder ungewohnten Geräuschen sind gute Gelegenheiten zum Üben.
Zwei Teilübungen. Zuerst wird gezeigt, wie ein Notfallmaulkorb an einem Modellhund angelegt wird. Dann trägt der eigene Hund einen Gittermaulkorb, ruhig und ohne Gegenwehr. Wichtig für den Ernstfall – beim Tierarzt, nach einem Unfall oder in Stresssituationen.
Im Alltag: Ein Hund, der den Maulkorb kennt und akzeptiert, ist in Notsituationen viel einfacher zu behandeln – und für Reisen in bestimmte Länder sowie im öffentlichen Verkehr gilt Maulkorbpflicht.
Zwei Teams begegnen sich, halten kurz an und gehen weiter. Der Hund bleibt ruhig – kein Zerren, keine Aggression, kein Meideverhalten. Eine Alltagssituation, die jeder kennt.
Im Alltag: Ein kurzer Plausch mit Bekannten auf dem Spazierweg – während beide Hunde ruhig danebenstehen – ist genau das, wofür diese Übung steht.
Drei Teilübungen auf dem Tisch – 6 Punkte möglich. Der Hund lässt sich anfassen, untersuchen und einen Pfotenverband anlegen. Kompetenzen, die beim Tierarzt, nach einem Ausflug oder im Ernstfall gebraucht werden.
Im Alltag: Wer seinen Hund regelmässig anfasst, die Pfoten kontrolliert und übt, ruhig zu stehen und festgehalten zu werden, bereitet ihn auf genau diese Situationen vor.
Der Hund spielt mit einem eigenen Spielzeug und lässt es auf Kommando los – ohne nachzuschnappen und ohne nachzugreifen. Selbstbeherrschung im Spiel ist eine Grundlage für ein entspanntes Miteinander.
Im Alltag: Kann dein Hund ein Spiel auf Signal unterbrechen – auch wenn er gerade voll dabei ist?
Der Hund läuft frei. Ein Jogger oder Radfahrer kommt entgegen – der Hund wird abgerufen, angeleint und belästigt die Person nicht. Danach geht es weiter wie zuvor.
Im Alltag: Ein sicherer Freilauf funktioniert nur, wenn der Rückruf auch dann zuverlässig klappt, wenn es spannend wird.
Das Team betritt einen Raum, setzt sich und der Hund bleibt ruhig an seinem Platz – auch wenn weitere Personen und ein Hund dazukommen. Entspanntes Miteinander in der Öffentlichkeit ist das Ziel – hier und überall.
Im Alltag: Eine vertraute Decke kann helfen. Hunde, die regelmässig in Restaurants, Cafés oder belebten Orten mitgenommen werden, sind hier klar im Vorteil.
Neben den elf Übungen fliesst auch der Gesamteindruck in die Bewertung ein: Wie ist die Beziehung zwischen dir und deinem Hund? Wie gehst du mit ihm um? Kannst du ihn einschätzen und reagierst du angemessen auf verschiedene Situationen? Es geht nicht um Perfektion – sondern darum, dass man dir und deinem Hund ansieht, dass ihr ein eingespieltes Team seid.
Was die Vorbereitung wirklich braucht
Die gute Nachricht zuerst: Wer seinen Hund regelmässig in den Alltag einbindet – ihn mitnimmt, Begegnungen bewusst gestaltet, ihn anfasst und untersucht – ist schon auf einem guten Weg. Das NHB prüft genau das, was im Alltag wirklich zählt.
Und gleichzeitig: Einige dieser Kompetenzen sind anspruchsvoller, als sie auf den ersten Blick wirken – das darf man ruhig so sagen. Gerade junge Hunde tun sich manchmal schwer, in einer fremden Umgebung ruhig zu bleiben. Neue Orte, neue Gerüche, fremde Hunde und unbekannte Menschen sind echte Herausforderungen. Ein Rückruf, der zuhause wunderbar klappt, kann in einer ablenkreichen Situation ins Stocken geraten. Hundebegegnungen auf engem Raum, das ruhige Warten wenn du dich entfernst, Unruhe in neuer Umgebung – das sind Themen, bei denen es nicht nur darum geht, viel zu üben, sondern das Richtige zu üben.
Ich begleite dich dabei gerne – vor der Prüfung und auch danach, wenn einzelne Themen noch etwas mehr Zeit brauchen. Das NHB ist ein schöner Meilenstein, aber kein Endpunkt.
Möglichkeit A: NHB-Gruppenkurs
Der NHB-Gruppenkurs findet in Luzern-Littau statt und umfasst insgesamt 4 Termine – inklusive Vorbereitung und Prüfung. Alles aus einer Hand – du musst dich um nichts weiter kümmern.
Möglichkeit B: Einzelvorbereitung
Du möchtest individuell und flexibel vorbereiten? Im mobilen Einzeltraining komme ich zu dir – wir arbeiten gezielt an den Stellen, wo ihr noch unsicher seid. Generalprobe und Prüfung können auch ohne Kurs gebucht werden.
Häufige Fragen
Mindestens 24 von 32 möglichen Punkten. Jede Übung wird mit 0 (nicht erfüllt), 1 (teilweise erfüllt) oder 2 Punkten (erfüllt) bewertet – einzelne Übungen haben Teilaufgaben, die zusätzliche Punkte einbringen. Die genaue Punktzahl wird nicht mitgeteilt – nur ob bestanden oder nicht.
Nein. Die Reihenfolge der Übungen ist nicht vorgegeben und kann variieren.
Ersthundehalter:innen und Personen, die einen Hund aus dem Ausland adoptieren, müssen das NHB im Kanton Luzern ablegen. Alle weiteren Voraussetzungen und Regelungen erklärt der Artikel NHB Luzern: Alles zum Nationalen Hundehalter Brevet.
Bei den meisten Übungen ist nach Abschluss jede Bestätigung erlaubt – also auch Futter. Während der Übungen selbst sind nur Stimme und Sichtzeichen erlaubt. Bei Übung 3 (Leinenlaufen, Sitz, Platz) ist während der gesamten Übung – auch zwischen den Teilübungen – kein Futter erlaubt.
Eine nicht erfüllte Übung bedeutet nicht automatisch, dass die Prüfung nicht bestanden ist – das hängt von der Gesamtpunktzahl ab. Aggressives Verhalten und eine falsche Chipnummer führen allerdings zum sofortigen Abbruch der Prüfung.
Im Kanton Luzern muss dein Hund mindestens 12 Monate alt sein. Ab dem Tag der Übernahme des Hundes hast du 18 Monate Zeit, die Prüfung abzulegen. Beispiel: Übernahme am 1. Januar 2025, Hund ist im März 2025 12 Monate alt – die Prüfung muss spätestens bis zum 1. Juli 2026 bestanden sein.
Ja, das ist möglich – solange du noch innerhalb der 18-monatigen Frist bist. Es lohnt sich, nach einem ersten Versuch gezielt anzuschauen, wo es noch hakt, und dann mit Unterstützung weiterzuarbeiten.