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Wie Hunden Probleme lösen

Was du als Problem siehst, ist für deinen Hund die Lösung


Problemverhalten oder Problem-löse-Verhalten?


Regelmässig höre ich den Satz «Ich habe einen Problemhund». Das bezieht sich dann oft auf Hunde, die an der Leine bellen, andere Hunde oder Menschen ziemlich unnötig finden oder permanent überdreht und «unter Strom» sind. Solche Hunde verursachen Probleme für uns Menschen. Allerdings würden die Hunde selbst ihr Verhalten gar nicht als problematisch sehen. Im Gegenteil, mit ihrem Verhalten haben sie bereits Lösungen für ihr eigentliches Problem gefunden.


Ganz konkret: Wenn ich mit meiner Collie-Hündin an einem kleinen Chihuahua bei uns im Ort vorbeigehe, reagiert dieser oft mit lautem Gebell. Die Besitzerin zieht ihren Hund dann zurück und sagt zu ihm: «Pass auf! Der schluckt dich im Ganzen!» Jedes Mal denke ich, dass genau das die Befürchtung deines Hundes ist. 😱 Deshalb versucht er seine körperliche Unterlegenheit durch Lautstärke auszugleichen und meine Hündin auf Abstand bzw. ganz fernzuhalten. Das macht ihm keinen Spass, aber es ist die einzige Lösung, die er kennt, um sich in einer für ihn bedrohlichen Situation sicherer zu fühlen. 🤲🏼


Welches Problem versucht der Hund zu lösen?


So gut wie jeder Hund, der einen anderen Hund auf Abstand halten will, hat in der Vergangenheit selbst erlebt, von anderen Hunden bedrängt, überrumpelt, bedroht oder übergangen zu werden. Der Hund aus dem Tierschutz, der seinen Futternapf verteidigt, hat möglicherweise in der Vergangenheit um Futter konkurrieren müssen und versucht nun, seine neu gewonnenen Ressourcen zu schützen. Der Hund, der einen Menschen (scheinbar grundlos) anbellt, nimmt die Person als für ihn bedrohlich wahr und signalisiert schon von Weitem: Bleib weg! ✋🏼


Die Lösungsstrategie deines Hundes

Das, was du als Problem betrachtest, ist für deinen Hund eine Problemlösungsstrategie. Daher ist es wichtig, dass du das Verhalten deines Hundes nicht einfach unterdrückst, indem du ihn für das Verhalten bestrafst oder schimpfst. Damit nimmst du deinem Hund nicht das Problem, sondern die Lösung weg. Und meistens missversteht der Hund auch, dass du ihn schimpfst und fühlt sich umso mehr «angefeuert». Viel wichtiger ist, dass du verstehst, was dein Hund als Problem betrachtet. Denn dann kannst du ihm helfen, neue Lösungsstrategien zu entwickeln, die für euch beide gut funktionieren.


«Das, was du als Problem betrachtest, ist für deinen Hund eine Problem-löse-strategie.»



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